Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden – Vorträge zur lokalen Geschichte im Rahmen der Reihe „Blick zurück und doch nach vorn“

Wann:
7. Oktober 2020 um 18:30 – 20:30
2020-10-07T18:30:00+02:00
2020-10-07T20:30:00+02:00
Wo:
Kulturzentrum, Raum 050 (Saal)
Willi-Pohlmann-Platz 1
44623 Herne
Deutschland
Preis:
Kostenlos

 

Eine Kooperationsveranstaltung von Stadtarchiv, VHS und der Geschichtsgruppe „Die Vier!“

 

Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl wegen der Corona-Pandemie beschränkt ist. Eine Anmeldung bei der VHS (siehe Kontakt) ist erforderlich.

 

 

Das Zitat des italienischen Philosophen Giordano Bruno ist das Motto des Abends. Stadtarchivar Jürgen Hagen, der den Vortrag gemeinsam mit seinem Vorgänger Manfred Hildebrandt (verst. 2019) und Roland Schönig von der Geschichtsgruppe „Die Vier!“ vorbereitet hat, stellt Märchen, Mythen, Legenden und Unwahrheiten in der Herner und Wanne-Eickeler Geschichte vor.

Ein Thema sind die schon als klassisch zu bezeichnenden Legenden, die sich um die Städteehe Hernes und Wanne-Eickels ranken. Natürlich wird auch die Zählweise der Cranger Kirmes näher beleuchtet.

Doch schon weitaus früher wurde Geschichte verfälscht. Als Beispiele werden eine gefälschte Urkunde und eine rassistisch geprägte Doktorarbeit vorgestellt. Natürlich darf auch ein falscher Adelstitel nicht fehlen.

Ein zentrales Thema des Vortrags werden die neueren „Erzählungen“ sein.

 

Was etwa ist dran an dem Sodinger Mythos vom sog. „Torschrei“? Wer hat hier recht? Was ist korrekt? Was steckt hinter der Geschichte über eine vom Gründer des Emschertal-Museums Karl Brandt im Herner Anzeiger veröffentlichten Reihe aus den 1930er Jahren? Und war die Fleuthe tatsächlich nur ein „Alt-Arm“ der Emscher? Stammt der Name Börnig – um bei Gewässern zu bleiben – tatsächlich von einer ganz bestimmten Dorfquelle ab?

Einen kritischen Blick wirft der Vortrag auf die mitunter zu beobachtende Praxis, historische Texte ohne Quellenangaben oder Einordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext zu veröffentlichen. Im besten Fall handelt es sich dann einfach nur um ein Ideen-Plagiat. Im schlechtesten Fall kann es soweit gehen, dass Ressentiments oder Vorurteile aus längst vergangenen Tagen verbreitet oder weitertradiert werden.

Der Vortrag arbeitet mit unterschiedlichsten Beispielen zum Umgang mit historischen Quellen.

Herzlich willkommen also zu einem durchaus humorvoll gehaltenen Vortrag mit ziemlich ernstem Hintergrund.

 

Print Friendly, PDF & Email