Eine endlose Pferdekarawane…

Schon um die Jahrhundertwende war die Bahnhofstraße vollgestopft. Eine ‚Verkehrsstraße ersten Ranges‘ war sie damals schon. Das entdeckten jedenfalls namhafte Verkehrsexperten schon vor der Jahrhundertwende.

Auf dieser Nord-Süd-Verbindung zwischen Recklinghausen und Bochum herrschte seinerzeit bereits dichter Verkehr. Einer endlosen Karawane gleich, zogen Pferdefuhrwerke durch die Innenstadt. Der damals nur acht Meter breite Fahrdamm war ständig von Plan- und Pritschenwagen aus nah und fern überflutet. Als sich schließlich die ‚Elektrische‘ hinzugesellte, kam es wiederholt zu großen Verkehrsstauungen.

Die Fußgänger kümmerten sich wenig darum; sie fühlten sich auf den beidseitig sieben Metern breiten Bürgersteigen als Könige – wie heute wieder!

In den Jahren 1925/26 endlich wurde die untere Bahnhofstraße, zwischen Bahnhof und Kanal, auf 11 Metern Breite ausgebaut. Der Engpass in der City konnte erst 1931 beseitigt werdet.

Am 06. November 1931 fielen die Sperrschilder und gaben dem Durchgangsverkehr freie Bahn.

 

Die Bahnhofstraße um 1900, Foto Gerd Biedermann
Die Bahnhofstraße um 1900, Repro Gerd Biedermann

 

Das Foto zeigt die Bahnhofstraße um 1900. Endlose Karawanen von Planwagen rollten durch die Stadt. Die Fahrbahn war mit Schmutz bedeckt. Rechter Hand müsste die Vinckestraße sein. Man erkennt weiter hinten rechts die Uhr vom alten Postamt.

Der Text wurde von Gerd Biedermann entdeckt und für das digitale Geschichtsbuch aufbereitet.

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