Zeche Constantin

In den Jahren 1844/46 erfolgte die Mutung der Felder Joachim, Bochum und Apollonia, die 1847 zur Zeche Constantin der Große vereinigt wurden.

Auch das die drei Grubenfelder überdeckende Eisenerzfeld ist benannt nach dem römischen Kaiser Flavius Valerius Constantinus, der von 306 bis 337 nach Christus regierte.

Die Gewerkschaft Vereinigte Constantin der Große wurde am 15. August 1849 in Bochum gegründet. Der Teufbeginn des Schachtes 1 in Bochum-Riemke war 1850. Die eigentliche Kohlenförderung konnte nach Überwindung von technischen Schwierigkeiten erst 1857 aufgenommen werden. 1858 wurden die Felder zu Vereinigte Constantin der Große konsolidiert und mit der Teufe des Schachtes 2 begonnen, der 1866 die Förderung aufnahm.

1875 wurden von 945 Beschäftigten 248.285 Tonnen Kohle gefördert. In den Jahren 1893 bis 1895 wurde der Schacht 4 in Herne-Sodingen abgeteuft, neben dem 1900 Schacht 5 die Förderung aufnahm. Die Förderung betrug in diesem Jahr 771.446 Tonnen bei 3.384 Beschäftigten.

Zeche Constantin 4/5, 1968, Bildarchiv Herne
Das Bild aus dem Jahr 1968 zeigt die Schachtanlagen Constantin 4 (vorn) und 5, rechts daneben die Kohlenwäsche. Links (mit Schornstein) steht das Maschinenhaus, daneben befinden sich die Werkstätten. Links, in unmittelbarer Zechennähe wie an einer Schnur aufgereiht: die Steigerhäuser. Auf dem bereits geräumten Gelände rechts im Bild stand die Kokerei. Die Gebäude im Hintergrund rechts oben, errichtet 1901, beheimatete die konfessionellen Volksschulen an der Ecke Kronen- und Hermannstraße. Text: Ralf Piorr, Foto: Bildarchiv Herne

1914 begann die Teufe des Wetterschachtes 11 in Herne-Sodingen, der 1917 in Betrieb genommen wurde. Die höchste Förderung vor dem Zweiten Weltkrieg wurde 1927 mit über 2,8 Millionen Tonnen von 10.671 Beschäftigten erbracht.

1931/32 wurden die Schachtanlagen 10/11 und 1/2 stillgelegt, 1939 erfolgte die Angliederung an die Zeche Mont Cenis. Aufgrund von Kriegsschäden wurden bis 1949 die Schächte 2 und 8/9 stillgelegt. Nach der Zusammenlegung der Schächte wurde ab 1955 die gesamte Förderung der Zeche auf der Anlage 6/7 zu Tage gebracht, die Förderung betrug 1.456.747 Tonnen bei 5.343 Beschäftigten. Am 16. April 1963 erfolgte die Übernahme der Förderung von der Zeche Mont-Cenis.

1966 wurde die Förderanlage 6/7 stillgelegt. Die Förderung erfolgte untertage nach Hannover 2/5. Am 31. März 1967 schloss die Zeche ihre Tore, das Baufeld ging an die Bergwerke Bochum.

Jürgen Hagen

Chronologie zur Geschichte der Zeche

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Abteilung Bergbau, Zeche Constantin
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 160 und 161, Constantinstraße
  • Vor Ort. Geschichte und Bedeutung des Bergbaus in Herne und Wanne-Eickel, Ralf Piorr (Hg.), Adhoc Verlag, Herne 2010, Seiten 33 bis 39
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