Zeche Friedrich der Große

1857 wurden die Geviertfelder ‚Gutes Recht I bis IV‘ und 1861 das Geviertfeld ‚Neues Louisenglück‘ an August Bochkoltz verliehen. Die Konsolidierung dieser Felder unter dem Namen ‚Friedrich der Große‘ – benannt nach König Friedrich II. von Preußen (geb. 24. Januar 1712 in Berlin, gest. 17. August 1786 in Potsdam) – erfolgte 1874.

1870 war Teufbeginn des Schachtes 1 namens ‚Hagedorn‘ in Herne-Horsthausen. Schacht 1 wurde 1874 in Betrieb genommen. In den Jahren 1890 bis 1893 erfolgten die Arbeiten zum Abteufen des Schachtes 2 namens ‚von Waldhausen‘. Die Schächte 3 und 4 wurden ab 1902 abgeteuft. 1913 wurde Schacht 5 abgeteuft. Im Zentralschacht 6 wurde 1966 die Förderung aufgenommen.

1895 wurde für die Schachtanlage 1/2 ein eigener Hafen am ehemaligen Zweigkanal des Dortmund-Ems-Kanals in Betrieb genommen. 1915 schließlich wurde der Hafen für die Schachtanlage 3/4 fertiggestellt.

Zeche Friedrich der Große 3/4/6, 1978, Foto Bildarchiv Herne
Das Bild aus dem Jahr 1978 zeigt die Schächte 6 (vorn rechts), 3 und 4 der Zeche Friedrich der Große. Links neben den Schächten 3 und 4 die Kohlenwäsche. Links im Bild: das Hafenbecken des Rhein-Herne-Kanals, rechts das im Jahr 1968 zunächst als Landesstraße errichtete Teilstück der A 42. Text: Ralf Piorr, Foto: Bildarchiv Herne

Die Gewerkschaft Friedrich der Große ging 1918 in den Besitz des Bochumer Vereins über, der 1921 die Zeche an die Ilseder Hütte verkaufte. Im Jahr 1930 wurden die Einzelschachtanlagen 1/2, 3/4 und 5 zu einer betrieblichen Einheit zusammengefasst.

1952 wurde das Bergwerk in die Steinkohlenbergwerke Friedrich der Große AG umgewandelt. Die Ilseder Hütte brachte Friedrich der Große 1969 in die Ruhrkohle AG ein. Die Schachtanlage gehörte zur Bergbau AG Essen, die zum 01. Mai 1972 ausgelöst wurde. Friedrich der Große war seitdem Teil der Bergbau AG Herne/Recklinghausen.

Ab dem 01. Mai 1973 bildeten die Zechen Friedrich der Große und Mont Cenis eine Fördereinheit und eine Bergwerksdirektion. Die höchste Förderung wurde 1974 mit 2,21 Tonnen Steinkohle bei 3.610 Beschäftigten erbracht.

Das Steinkohlenbergwerk Friedrich der Große-Mont Cenis wurde am 31. März 1978 stillgelegt. Die Schächte wurden 1980 verfüllt.

Jürgen Hagen

Cronologie zur Geschichte der Zeche

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Abteilung Bergbau, Zeche Friedrich der Große
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 233 und 234, Friedrich der Große
  • Vor Ort. Geschichte und Bedeutung des Bergbaus in Herne und Wanne-Eickel, Ralf Piorr (Hg.), Adhoc Verlag, Herne 2010, Seiten 40 bis 49
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