Zeche Pluto

Pluto war in der griechisch-römischen Mythologie der Gott der Unterwelt und später auch der Spender des in Handel und Wirtschaft erzielten Gewinns. Im Namen der Zeche hat man im übertragenen Sinn eine Beziehung zur ‚Unterwelt‘ und zum Gewinnstreben der Bergwerksgesellschaften festgehalten.

Das Grubenfeld wurde 1854 unter dem Namen St. Nicolaus gemutete und umfasste die Felder ‚St. Remigius‘, ‚St. Nicolaus‘ und ‚St. Michael‘. 1855 wurden die Felder ‚St. Margaretha‘, ‚St. Rupertus‘ und ‚Glückliches Ende‘ gemutet. 1857 erfolgte die erstmalige Nennung des Namens Pluto. Die offizielle Umbenennung in Pluto war 1859.

Die Teufe für den Schacht 1 begann 1857. Er erhielt den Namen Thies, benannt nach dem Essener Bergamtsassessor a. D. Johann Heinrich Wilhelm Thies (geb. 21. Juli 1808 in Letmathe, gest. 09. Oktober 1870 in Bonn).

Mit der Teufe von Schacht 2 namens Wilhelm, benannt nach dem Deutschen Kaiser Wilhelm I. (geb. 22. März 1797 in Berlin, gest. 09. März 1888 in Berlin),  wurde 1873 begonnen.1885 wurden 518.893 Tonnen Kohlen bei  2.052 Beschäftigten gefördert.

Zeche Pluto, 1967, Foto Bildarchiv Herne
Das Bild aus dem Jahr 1967 zeigt die Schächte 7, 2 und 3 (v.l.) der Zeche Pluto-Wilhelm. Rechts im Bild der markante Doppelbock, in Anspielung auf die Zeche Zollverein in Essen das ‚kleine Weltkulturerbe‘ genannt. Ebenfalls rechts: die Verwaltungsgebäude. Text: Ralf Piorr, Foto: Bildarchiv Herne

1893 wurde Schacht 3 abgeteuft (Doppelschachtanlage 2/ 3). Dabei entdeckte man eine Solequelle. 1899 wurde mit der Teufe des Schachts 4 (Schacht 1/4) begonnen. Die Förderung betrug im Jahr 1900 bei 3.940 Beschäftigten 955.382 Tonnen Kohle.

Am 01. Juli 1927 erfolgte die Fördereinstellung auf Thies, die meisten Tagesanlagen wurden abgebrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete man die Übertageanlagen völlig neu. Nach Plänen des Industriearchitekten Schupp wurde 1953 ein Doppelstrebengerüst errichtet. 1955 betrug die Förderung 792.000 Tonnen bei 2.870 Beschäftigten.

1963 ist Schacht 1 (Thies) verfüllt worden. Die Förderung betrug 1970 etwa 977.000 Tonnen mit 2.102 Beschäftigten. 1971 ist eine Werksdirektion mit Consolidation gebildet worden.

Nach der Bildung der Ruhrkohle AG wurden zum 31. März 1976 die restliche Kohleförderung eingestellt und Baufeld sowie Schächte von der Schachtanlage Consolidation übernommen.

Jürgen Hagen

Chronologie zur Geschichte der Zeche

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Abteilung Bergbau, Zeche Pluto
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 506 und 507, 608, Plutostraße, Thiesstraße
  • Vor Ort. Geschichte und Bedeutung des Bergbaus in Herne und Wanne-Eickel, Ralf Piorr (Hg.), Adhoc Verlag, Herne 2010, Seiten 100 bis 109
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