Haus Bönninghausen

Das umgräftete adelige Haus Bönninghausen lag in der Gemarkung Eickel, Flur I, genannt Eickel. Das Haus stand etwa in Höhe der Burgstraße 75.

Im Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid wird 1411 in ‚villa Boninchusen‘ ein Zinspflichtiger ‚Hermanns van Bonynchusen‘ und im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 in ‚Ekell‘ ein ‚Jan to Bonynchusen‘ erwähnt.

Später ist in der Türkensteuerliste von 1542 ‚Bonynchuiß‘, im Türkensteuerregister von 1598 ‚Boeninckhaus‘ und im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664 unter dem Grundherrn ‚Doctor Kumpfsthoff‘ die ‚Pfächterrinne vidua Bönninckhauss, ein Hof, eine Feuerplatz‘ genannt.

Bereits 1636 hatten die Eheleute Dr. Georg Kumpthoff und Helene Clara von Plonnies ihr Gut und ihren Hof Bönninghaus/Bönninckhausen zu Eickel verpfändet. Die Familie Muckenheim pachtete 1837 das Gut mit Ländereien und erwarb es 1855. Muckenheims betrieben hier eine Gärtnerei und Samenhandlung.

Schnell wurde der Adelssitz im Volksmund Haus Muckenheim genannt.

Im Winter 1944/45 wurde das Haus Bönninghausen schwer beschädigt und 1960 abgetragen. Dabei vorgenommene Untersuchungen ergaben, dass der damals 6,80 Meter hohe und 6 x 6 Meter breite Wehrturm vielleicht schon im 14. Jahrhundert errichtet wurde.

Vielleicht wäre das beschädigte Gebäude gerettet und wieder hergerichtet worden, hätte der Landeskonservator um die Bedeutung des Hauses gewusst. Die Stadt Wanne-Eickel nämlich, die Haus Bönninghausen 1955 erwarb, beantragte den Abriss unter dem Namen Haus Muckenheim. Da ein adeliges Haus Muckenheim nicht verzeichnet war, wurde dem Antrag stattgegeben. Die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel war es, die den Landeskonservator auf seinen Irrtum hinwies. Doch da war es schon zu spät…

Eine Legende besagt, das Haus Bönninghausen und die Dorneburg unterirdisch verbunden waren. Das konnte aber nicht nachgewiesen werden.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Dokumentationsbibliothek, Bestand Adelssitze, Haus Bönninghausen
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 139, 155, Bönninghauser Straße, Burgstraße
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