Bergelmanns Hof

Der Hof Bergelmann lag in der Gemarkung Herne, Flur I, genannt Herne.

Dieser gehörte zu den ältesten Höfen in Herne. Die Namen „Berchelmann“ und „Berchelmans soen opdes Kluseners guet“ erscheinen schon 1486 im Schatzbuch der Grafschaft Mark.

In der „Bauerschaft Herne“ wird „Bergelman“ 1542 schließlich als Steuerpflichtiger in der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum genannt. 1598 wird der Hof „Bergelmann“ im Türkensteuerregister erwähnt. Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664 heißt es: „Pfächtiger Bergelmann, ein Hof, zwei Feuerstetten, deren eine sein Vorgesessener, der Alte, bewohnet.“

Der Hof gehörte zur Grundherrschaft Strünkede. Durch Vertrag vom 16. April 1787 erwarb die Witwe Freifrau von Strünkede, geborene von Quadt zu Wiekerade, den Hof Bergelmann. Sie übertrug das Erbrecht an diesem Hof ihrer Tochter Carolina von Sudhausen, geborene von Strünkede.

Das Fachwerkhaus, auf dessen Deckenbalken das Datum 10. Juli 1821 eingearbeitet war, wurde am 7. Oktober 1959 wegen Baufälligkeit abgerissen. Bergelmann war vom 12. Februar 1847 bis 13. Januar 1851 Vorsteher der Gemeindevertretung Herne.

Der zurückgebaute Bergelmanns Hof, im Hintergrund rechts das Amtsgericht, 1950er Jahre, Foto Stadtarchiv Herne
Der zurückgebaute Bergelmanns Hof, im Hintergrund rechts das Amtsgericht, 1950er Jahre, Foto Stadtarchiv Herne

Auf einen Teil des zum Hof gehörenden Geländes wurde am 22. Januar 1841 von der evangelischen Kirchengemeinde ein Friedhof eingeweiht. Das 2 Morgen 56 Ruten große Grundstück kaufte die Kirchengemeinde bereits 1839 für 600 Taler von den Erben Schulte, genannt Bergelmann.

Auf dem Friedhof fanden viele Mitglieder bekannter Herner Familien ihre letzte Ruhestätte.

1874 reichte der Begräbnisplatz bereits nicht mehr aus und so wurde der Friedhof 1875 nach Norden zur Behrensstraße hin erweitert. Aber auch dieser Teil war 1881 belegt. Die Schließung erfolgte, abgesehen von den Erbgruften, im selben Jahr.

Ein am 26. November 1882 eröffneter, an der Kirchhofstraße gelegener Friedhof, musste wegen Überbelegung bereits 1905 geschlossen werden.

Am 01. August 1905 wurde schlussendlich der an der Wiescherstraße gelegene Kommunalfriedhof (Südfriedhof) eröffnet.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Dokumentationsbibliothek, Bestand „Höfe und Kotten“
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 114, 115, 404, Bergelmanns Hof, Kirchhofstraße 
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