Albert Meister (Oberbürgermeister von Herne)

Geboren wurde Albert Meister am 14. Januar 1895 in Siedlinghausen, Kreis Brilon. Er war katholisch. Nach Besuch der Volksschule und des Gymnasiums erfolgte eine Ausbildung zum Lehrer am Seminar in Rüthen, Kreis Lippstadt. Meister war verheiratet, aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Als 19-jähriger zog er freiwillig in den Ersten Weltkrieg und kehrte 1918 als Leutnant der Reserve und Batteriechef zurück. 1919 nahm Meister in Herne seinen Dienst als Volksschullehrer auf. Seit 1924 NSDAP-Mitglied, wurde er 1928 erster nationalsozialistischer Stadtverordneter in Herne. Wegen seiner Parteimitgliedschaft wurde er 1931 aus dem Schuldienst entfernt. Er verstärkte sein Engagement für die NSDAP und profilierte sich als Journalist und Gründer des Ruhrlandverlages Meister und Co. Der Verlag gab ab Anfang 1932 die westfälische Landeszeitung ‚Rote Erde‘ heraus, das amtliche Organ der NSDAP im Gau Westfalen-Süd. Im Jahr 1932 wurde er in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis Ende 1933 angehörte. Im März 1933 wurde Meister ins Kultusministerium berufen. Kurz darauf beerbte er – zunächst kommissarisch – Curt Heinrich Täger nach dessen erzwungenem Rücktritt als Oberbürgermeister. Am 11. Januar 1934 wurde Meister dann als hauptamtlicher Oberbürgermeister in sein Amt eingeführt. Daneben war er noch Gauinspekteur, seit November 1933 Mitglied des Reichstages sowie Oberfeldführer des Deutschen Roten Kreuzes und Leiter der Kreisstelle Herne. Als Aufsichtsratsmitglied übte er Einfluss bei der Firma Flottmann, den Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen und der Hafenbetriebsgesellschaft Wanne-Herne aus.

 

Albert Meister, Repro Stadtarchiv Herne
Albert Meister, Repro Stadtarchiv Herne

 

1938 konnte unter Meisters Oberbürgermeisterschaft nach zehn Jahren wieder ein stabilisierter Haushalt vorgelegt werden.

Über Herne hinaus bekannt wurde Meister als Bundesführer des Deutschen Sängerbundes. Dieses Amt übte er ab dem 22. April 1934 aus. Beim Fest des Sängerbundes in Breslau nahm er im Juli 1937 neben Adolf Hitler stehend den Gruß mehrerer Tausend vorbeimarschierender Sänger entgegen.

Albert Meister starb nach schwerer Krankheit am 20. August 1942 in Herne.

Jürgen Hagen

 

Siehe auch: Herner und Wanne-Eickeler Stadtoberhäupter

 

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Best. 101 – 1 – A5

Literatur:

  • Dorn/Zimmermann, Bewährungsprobe; Lilla, Statisten in Uniform; Lilla, Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger, Seite 218;  Piorr (Hg.), Herne und Wanne-Eickel, Seiten 54 f.; Stadt Herne, Der Oberbürgermeister, 2 Rathäuser – 22 Oberbürgermeister, Seite 15

 

Print Friendly, PDF & Email