Karl Raddatz (Oberstadtdirektor von Herne)

Geboren wurde Karl Raddatz am 13. März 1927 in Herne. Von 1933 bis 1944 besuchte er in Herne die Volksschule und das Gymnasium. Raddatz war verheiratet mit Brigitte geb. Duncker, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Ab Herbst 1944 leistete er seinen Militärdienst im Zweiten Weltkrieg. Er geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr schloss Raddatz 1946 die Schulbildung mit dem Abitur ab. Es folgte von 1947 bis 1951 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Mainz und Münster. Am 27. September 1951 legte er die Erste Juristische Staatsprüfung vor dem Oberlandesgericht Hamm ab. Von Dezember 1951 bis Oktober 1953 war er in einer Steuerberatungspraxis in Münster tätig. Gleichzeitig arbeitete er an seiner Doktorarbeit, die Promotion zum Dr. jur. erfolgte im Februar 1954. Ab November 1953 bereitete er sich für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst im Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm vor. Am 10. Juli 1958 bestand er dann die Zweite Juristische Staatsprüfung.

Im Oktober 1958 trat das SPD-Mitglied in den Dienst seiner Heimatstadt Herne. Im Rechtsamt stieg er zügig zum Oberrechtsrat auf. Am 04. Juni 1966 wurde Raddatz zum Stadtdirektor der Stadt Herne ernannt und leitete neben dem Rechtsamt auch das Sozialdezernat der Stadt.

Karl Raddatz, Repro Stadtarchiv Herne
Karl Raddatz, Repro Stadtarchiv Herne

Nach Zusammenschluss von Herne und Wanne-Eickel zur neuen Stadt Herne am 01. Januar 1975 wurde er zum Beauftragten für die Wahrnehmung der Aufgaben des allgemeinen Vertreters des Hauptverwaltungsbeamten bestellt. Am 24. Juni 1975 wurde Raddatz einstimmig zum Oberstadtdirektor gewählt. Das Amt nahm er am 15. Juli 1975 auf und hatte es bis zum 14. Juli 1987 inne.

Während seiner Amtszeit kämpfte er mit großem Einsatz für den Erhalt der mittelzentralen Funktion von Herne. Die Schaffung des Industriegeländes Friedrich der Große auf dem ehemaligen Zechengelände in Horsthausen, die Errichtung des Kulturzentrums sowie die Wiederbelebung der Städtepartnerschaften trugen seine Handschrift.

Karl Raddatz starb am 02. März 2010 in Herne.

Jürgen Hagen

Siehe auch: Herner und Wanne-Eickeler Stadtoberhäupter

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Best. 104 – 1 – A3
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