Manfred Urbanski (Oberbürgermeister von Wanne-Eickel und Herne)

Geboren wurde Manfred Urbanski am 01. Dezember 1929 in Wanne-Eickel. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Zunächst war er von Mai 1944 bis April 1945 bei den Flugzeug- und Motorenwerken Büssing beschäftigt, danach wechselte er 1945 als Arbeiter zur Hafen-Betriebsgesellschaft Wanne-Eickel, der heutigen Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH (WHE). Dort wurde er von 1969 bis 1984 Mitglied des Aufsichtsrates, ab 1977 saß er dem Aufsichtsrat vor.

Urbanski war mit Sigrun Siglinde geb. Heinz verheiratet, aus der Ehe ging ein Kind hervor.

Am 01. April 1954 begann er eine Tätigkeit als hauptamtlicher Bezirksjugendsekretär bei der Gewerkschaft ÖTV. Ab 1956 bekleidete Urbanski das Amt des Gewerkschaftssekretärs der ÖTV in Essen. Im gleichen Jahr trat er der SPD bei. Von 1964 bis 1984 war er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Ruhr-Mitte. Mitglied des Rates der Stadt Wanne-Eickel war er vom 27. September 1964 bis zum 31. Dezember 1974. Vom 27. November 1969 bis zum 31. Dezember 1974 war er Oberbürgermeister von Wanne-Eickel.

Manfred Urbanski, Repro Stadtarchiv Herne
Manfred Urbanski, Repro Stadtarchiv Herne

Urbanski spielte eine wichtige Rolle im Rahmen der kommunalen Gebietsreform. Maßgeblich war er daran beteiligt, die drohende Eingemeindung Wanne-Eickels nach Bochum zu verhindern und eine Städteehe mit Herne einzugehen. Aufkommenden Gerüchten, bei Zusammenschluss mit Bochum könne er Oberbürgermeister werden,trat er entschieden entgegen.

Nach Zusammenschluss von Herne und Wanne-Eickel zur neuen Stadt Herne am 01. Januar 1975 war er bis zum 04. Mai 1975, dem Termin der Landtags- und Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen, stellvertretender Beauftragter für die Wahrnehmung der Aufgaben des Rates und des Ratsvorsitzenden. Dem Rat der neuen Stadt Herne gehörte Urbanski bis zum 16. Oktober 1984 an. An diesem Tag endete auch sein Amt als Oberbürgermeister, welches er seit dem 26. Mai 1975 innehatte.

Als erster Oberbürgermeister der neuen Stadt Herne war es sein Ziel, die Menschen beider ehemals selbstständigen Städte zusammenzuführen, was ihm aber nach eigener Einschätzung nicht geglückt war. Unter Manfred Urbanskis Ägide setzte das Ende der ‚fetten Jahre‘ ein, Einsparungen und Rationalisierungen nahmen ihren Anfang. Nichtsdestotrotz brachte er zukunftsweisende Projekte wie den Bau der U-Bahn-Linie 35, die Neugestaltung der Wanner Innenstadt und die Ansiedlung des Gewerbegebietes ‚Friedrich der Große‘ auf den Weg. In seiner Amtszeit wurde die Cranger Kirmes zum bedeutendsten Volksfest in Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt.

Nach Ende seiner Amtszeit wurde er am 01. November 1984 Arbeitsdirektor der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG. 1994 trat er in den Ruhestand. Am 29. November 1974 wurde ihm der Ehrenring der Stadt Wanne-Eickel verliehen.

Manfred Urbanski starb am 24. Januar 2005 in Herne.

Jürgen Hagen

Siehe auch: Herner und Wanne-Eickeler Stadtoberhäupter

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Best. 101 – 1 – A11

Literatur:

  • Stadt Herne, Der Oberbürgermeister, 2 Rathäuser – 22 Oberbürgermeister, Seiten 20–22
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