Wilhelm Wulf (Oberbürgermeister von Wanne-Eickel)

Geboren wurde Wilhelm Wulf am 27. Dezember 1892 in Monkowarsk, Kreis Bromberg, als Sohn eines Konrektors. Er war katholisch, trat später aber zeitweise aus der Kirche aus. Seit 1949 war er verheiratet. Nach dem Abitur in Gnesen absolvierte er ab 1912 ein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Breslau. 1915 legte er das Erste Juristische Staatsexamen ab. Er nahm bis 1918 als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und wurde verwundet. Im Jahr 1920 wurde Wulf mit dem Thema ‚Tantiemensteuer in der neuen Rechtsprechung‘ zum Dr. jur. promoviert. 1922 bestand Wulf das Zweite Juristische Staatsexamen. Nach einer Tätigkeit im Reichsfinanzministerium war er von 1926 bis 1933 Amts- und Landgerichtsrat in Bochum. Am 01. März 1933 trat er der NSDAP bei. Zudem war er zwischen 1933 und 1935 Mitglied der SA. Nach Entfernung von Oberbürgermeister Wilhelm Kiwit aus dem Amt durch die Nationalsozialisten bestimmte der Regierungspräsident für die Übergangszeit einen Staatskommissar. Wilhelm Wulf wurde dieses Amt ab dem 01. April 1933 übertragen. Vom 25. April 1933 bis 28. Februar 1934 war er außerdem kommissarischer Oberbürgermeister.

Am 01. März 1934 kehrte er in den Justizdienst zurück und leitete bis 1945 das Amtsgericht Bochum. Im Zweiten Weltkrieg war Wulf als Kriegsgerichtsrat bzw. Oberkriegsgerichtsrat in der Wehrmachtsjustiz tätig. Aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, war er bis 1947 zunächst beschäftigungslos, bevor er zunächst beim Amtsgericht Witten und wenig später beim Amtsgericht Essen wiedereingestellt wurde. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er 1946 bzw. 1948 als ‚Mitläufer‘ (Kategorie IV) eingestuft.

Wilhelm Wulf starb kurz vor seiner Pensionierung am 17. Oktober 1960 in Essen.

Jürgen Hagen

Siehe auch: Herner und Wanne-Eickeler Stadtoberhäupter

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Best. 101 – 2 – A17; Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW Pe 3516, NW 1037-B VI-03683, NW 1094-00613

Literatur:

  • Lilla, Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger, Seiten 316ff
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