Hundewiese – Eickel-Platz – Im Sportpark

Aljährlich starten Läuferinnen und Läufer beim mittlerweile traditionellen Firmenlauf im Stadion des Sportparks Eickel, laufen durch das Wohngebiet am Heisterkamp und durch den Sportpark um nach  ca.  5,1 km wieder zurück ins Stadion anzukommen. Das Stadion ‚Im Sportpark‘ wurde am 03. Juli 1955 vor einer Kulisse von über 10.000 Zuschauern mit dem Feldhandball-Länderspiel Tschechoslowakei gegen Jugoslawien eröffnet.

Das Gelände war ursprünglich ziemlich verwildert und als ‚Hundewiese‘ bekannt.

 

Die Hundewiese mit dem Hof Lechtape, im Hintergrund links der Wasserturm am Hauptbahnhof, rechts die Zeche Shamrock 3, 4 und 11, undatiert, Foto Stadtarchiv Herne
Die Hundewiese mit dem Hof Lechtape, im Hintergrund links der Wasserturm am Hauptbahnhof, rechts die Zeche Shamrock 3, 4 und 11, Foto Stadtarchiv Herne, undatiert

 

Ein Umstand, mit dem die Stadt Wanne-Eickel nicht glücklich war. So liest man in einem Presseartikel aus dem Jahr 1949 folgendes: „Seit Jahren bemühen sich die behördlichen Stellen von den ‚Grünanlagen am Stadion‘ zu sprechen, mit dem Erfolg, daß die Wanne-Eickeler immer noch bei der ‚Hundewiese‘ geblieben sind. ‚Hundewiese‘ ist volksmundartliche Flurbezeichnung, und es wäre immerhin noch zu untersuchen, ob es nicht zweckmäßiger wäre, auf die lange amtliche Bezeichnung zu verzichten und in den Akten eben die volksmundliche einzutragen.

Die Stadt verzichtete zwar tatsächlich auf die ‚Grünanlage am Stadion‘, nannte das Gelände aber nunmehr ‚Eickel-Platz‘. Das wiederum juckte die Wanne-Eickeler nicht und so sah sich die Wanne-Eickeler Zeitung vom 07. Juli 1955 unter der Überschrift „Sprecht nicht mehr von Hundewiese“ gemüßigt, Oberbürgermeister Edmund Weber beizuspringen, der im kleinen Kreise meinte, dass von der ‚Hundewiese‘ auch dem Namen nach nicht mehr gesprochen werden sollte. Die Zeitung war sich sicher, dass tatsächlich nicht mehr von ‚Hundewiese‘ geredet wird, wenn Park und Stadion offiziell umbenannt sind. Ins gleiche Horn stieß die Westfälische Rundschau vom 01. Oktober 1955, die davon berichtete, dass nach dem Verschwinden des Hofes Lechtape sich tatsächlich ‚Hundewiese‘ als  neuzeitlicher Flurbegriff eingebürgert hätte, sich aber durch eine Namensänderung die Meinung der Einheimischen „Die Hundewiese bleibt Hundewiese“ nicht bewahrheiten würde.

 

Legende Sportpark Eickel, Foto Gerd Biedermann, 2018
Legende Sportpark Eickel, Foto Gerd Biedermann, 2018

 

Am 15. Oktober 1956 erfolgte schließlich die Umbenennung des von der Bevölkerung nie angenommen ‚Eickel-Platz‘ in ‚Im Sportpark‘. Doch vielen Wanne-Eickelern ist auch heute noch ‚Hundewiese‘ ein Begriff.

 

Sportpark Eickel, Foto Gerd Biedermann, 2018
Sportpark Eickel, Foto Gerd Biedermann, 2018

 

Seit 2009 heißt das Stadion „Mondpalast-Arena“ – und trägt damit den Namen des Volkstheaters Mondpalast von Wanne-Eickel. Genutzt wird das Spielfeld vor allem für die Fußballspiele des DSC Wanne-Eickel und der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04.

Das Feldhandball-Länderspiel entschied übrigens die Tschechoslowakei mit 9:6 für sich.

Jürgen Hagen

 

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Dokumentationsbibliothek, Bestand Parkanlagen in Wanne-Eickel, Hundewiese
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 366 und 367
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Lokalteil Herne, 22.05.2018

 

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