Das Martinsbuch Eickel

Der heilige Martin von Tours (geb. 316/317 in Sabaria/Ungarn; gest. 08. November 397 in Candes/Frankreich) war Apostel von Gallien und Gründer des ersten Mönchsklosters, das in der Nähe von Poitiers lag. Im Jahre 371 zum Bischof von Tours geweiht, wurde er nach seinem Tode bedeutendster Heiliger und Schutzpatron des merowingisch-fränkischen Reiches. Die Legende, er habe als Soldat am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt, hat in der Volkskunde eine besondere Rolle gespielt.

Das Martinsbuch, Deckblatt, 1925, Repro Stadtarchiv Herne

Der 11. November wurde zum Volksfeiertag, an dessen Vorabend Martinsfeuer brennen und Umzüge der Kinder mit Martinssingen und Martinslampen stattfinden.

Das Martinshaus war eine Nachbarschafts-Vereinigung in der Bauerschaft Eickel, die sich am Martinsabend traf. Im bäuerlichen Brauchtum war Martini der Beginn des Wirtschaftsjahres (Ende der Korn- und Weinernte, Entlohnung des Gesindes u.a.), an dem der Martinsschmaus verzehrt wurde.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seite 458, Martinistraße
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