Die kommunale Entwicklung von Alt-Herne bis zur neuen Stadt Herne

Um 880/884 tauchte der Name „haranni“ (von „har“ bzw. „hare“ = „Anhöhensiedlung“) zum ersten Mal in seiner Frühform im Heberegister (Urbar A) der Benediktinerabtei Werden an der Ruhr auf. Das altdeutsche „haranni“ wurde um 1150 zum mittelhochdeutschen „hernen“. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte die Bauerschaft zur Herrschaft der Herren von Strünkede, deren Lehnsherren die Grafen zu Kleve waren. Von 1806 bis 1815 unterstand Herne dem napoleonischen Großherzogtum Berg. 1815 fiel Herne nach dem Wiener Kongress an Preußen und wurde als Bürgermeisterei in den Kreis Bochum eingegliedert, der zum Regierungsbezirk Arnsberg in der neu geschaffenen Provinz Westfalen gehörte. 1844 wurde aus der Bürgermeisterei das Amt Herne mit den elf Gemeinden Herne, Baukau, Horsthausen, Pöppinghausen, Bladenhorst, Hiltrop, Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen. 1857 wurde auf dem Hof des Bauern Sengenhoff mit den Abteufarbeiten für den ersten Schacht der Zeche Shamrock begonnen, in der 1860 mit der Kohlenförderung begonnen wurde. Damit wurde die Entwicklung Hernes zur Bergbaustadt eingeläutet.

Stadtplan Herne, 1928, Repro Stadtarchiv Herne
Stadtplan Herne, 1928, Repro Stadtarchiv Herne

Am 01. August 1875 wurden aus dem bisherigen Amt Herne die Ämter Herne (mit Herne, Baukau, Horsthausen, Pöppinghausen, Bladenhorst und Hiltrop) und Wanne (mit Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen), die beide zum Kreis Bochum gehörten. Am 01. April 1897 verlieh die Königliche Regierung zu Arnsberg Herne das Stadtrecht. Die Aufwertung trug dem schnellen Wachstum der Gemeinde Rechnung. Die Stadt Herne wurde am 01. Juli 1906 kreisfrei und schied aus dem Landkreis Bochum aus. Zum 01. April 1908 wurden die zuvor zum Amt Baukau gehörigen Gemeinden Baukau und Horsthausen in die Stadt Herne eingemeindet. Bladenhorst und Pöppinghausen bildeten das neue Amt Bladenhorst. Am 01. April 1928 schließlich wurde das Amt Sodingen von Herne eingemeindet. Damit verdoppelte die Stadt ihr Gebiet und erhöhte ihre Einwohnerzahl um ein Drittel. Oestrich und Kray wurden am 01. August 1929 in die Stadt Herne eingemeindet.

Zum 01. Januar 1975 bildeten die Städte Herne und Wanne-Eickel die neue Stadt Herne.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Bestände zur kommunalen Entwicklung von Alt-Herne bis zum Zusammenschluss mit Wanne-Eickel
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997
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