Die kommunale Entwicklung von Wanne-Eickel bis zur neuen Stadt Herne

Im Jahr 1085 berichtete eine Urkunde über den Ankauf des Oberhofes „Eycklo“ (Eickel; „eck“ = Eiche, „loh“ = Wald; somit war Eickel eine Siedlung im Eichenwald); allerdings soll es sich bei besagter Urkunde um eine Fälschung aus dem 12. Jahrhundert handeln, um Rechtsansprüche nachträglich zu dokumentieren. Diesem Oberhof sowie dem Oberhof „Hurle“ jedenfalls waren später die Höfe „Holtzeterhusen“ (Holsterhausen), „Rodelinchusen“ bzw. „Rodilinchusen“ (Röhlinghausen) und „Wande“ (Wanne) abgabepflichtig. Im Jahr 1220 wurde Byckeren“ (Bickern) in einer Vogteirolle des Stiftes Essen erstmalig erwähnt. Derick van Eykel, Droste des Amtes Bochum, wurde am 10. August 1441 durch Herzog Adolph von Cleve und Graf von der Mark mit Haus Crange belehnt. Die Freiheit Crange wurde 1484 erstmalig urkundlich erwähnt. Mit der Freiheit war das Recht verbunden, einen Markt abzuhalten. Vermutlich entwickelte sich hieraus die Cranger Kirmes. Zwischen 1806 und 1815 gehörten diese Ortschaften zur Bürgermeisterei Herne im Großherzogtum Berg. Ab 1815 gehörte die Bürgermeisterei (ab 1844: Amt) zum Landkreis Bochum im Regierungsbezirk Arnsberg der preußischen Provinz Westfalen. 1860 begann mit Königsgrube die erste Zeche auf dem späteren Wanne-Eickeler Stadtgebiet mit der Förderung.

Plan der Ämter Wanne und Eickel, 1925, Foto Stadtarchiv Herne
Plan der Ämter Wanne und Eickel, 1925, Foto Stadtarchiv Herne.

Am 01. August 1875 wurde das Amt Wanne mit Bickern, Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen aus dem bisherigen Amt Herne ausgegliedert. Es gehörte zunächst weiter zum Landkreis Bochum, ab 1885 dann zum neugebildeten Landkreis Gelsenkirchen. Am 01. November 1891 wurde das Amt Wanne erneut in die Ämter Eickel und Wanne geteilt. Beide Ämter bildeten ab dem 01. April 1926 die neue kreisfreie Stadt Wanne-Eickel, die einerseits stark durch den Bergbau geprägt, andererseits ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt war. Ab 1955 war Wanne-Eickel Großstadt.

Zum 01. Januar 1975 wurde die Stadt mit Herne zur neuen Stadt Herne (wieder)vereinigt.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Bestände zur kommunalen Entwicklung von Wanne-Eickel bis zum Zusammenschluss mit Alt-Herne
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997
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