Holsterhausen

Die ehemalige Gemeinde Holsterhausen leitet ihren Namen wie folgt ab: „Holt“ bezeichnet vermutlich ein Gebüsch, einen Hoch-  oder Niederwald, „setter“ bzw. „sitten“  ist gleichzusetzen mit Sitzen und „husen“ bedeutet hausen, wohnen, siedeln. Demnach war dieser Ortsteil ursprünglich eine Siedlung im oder am Wald.

Der Historiker und evangelische Pfarrer Johann Diederich von Steinen beschrieb 1757 die Bauerschaft wie folgt: „Holsterhausen lieget etwas linkerseits von der Strassen, die von Herne nach Wesel führet. Diese Bauerschaft, welche ins Gericht Eckel gehöret, ist zwar zum Theil zu Eckel, der gröste Theil aber zu Herne eingepfarret.“

Zu Hosterhausen gehörten die ehemaligen Gewanne Aschenbruch, Böhme, am Craney, Cranger Heide, Hahnenfeldkamp, Regenkamp, Horst, Roehen und Rottbruch.

Holsterhausen, Ausschnitt aus der Karte des Kreises Gelsenkirchen, 1902, Foto Stadtarchiv Herne
Holsterhausen, Ausschnitt aus der Karte des Kreises Gelsenkirchen, 1902, Foto Stadtarchiv Herne

Holsterhausen hieß um 1220 „Holtzeterhusen“ und war den Oberhöfen (curiae) „Ekelo“ (Eickel) und „Hurle“ (Hordel) abgabepflichtig. Durch Urkunde des Grafen Dietrich von Kleve erhielten 1320 die Brüder Albert und Adolf van den Hamme, seine Burgmannen in Strünkede, die Hufe „Holseterhusen“ als Burglehen. Conrad van der Darnburgh (Dorneburg) bestätigte 1354, den Zehnten unter anderem von „Henczens hus to der Santvort“ sowie 12 Pfennig aus dem „hove to Holsterhusen“ vom Grafen Johann von Kleve als Mannlehen erhalten zu haben. Coep van Hamme bekam 1392 ein Viertel „van der Vogelshoyve to Holsterhusen“ (Hof Vogelsang in Holsterhausen). Im Schatzbuch der Grafschaft Mark aus dem Jahre 1486 wurden in „Holsterhuysen“ 18 Hofbesitzer zur Steuer veranlagt. Zur Türkensteuer wurden 1542 in “Holsthuisen“ 10 Höfe und 6 Kötter herangezogen und laut Feuerstättenverzeichnis von 1664 gab es in „holsterhaussen“ 2 Höfe, 2 halbe Höfe und 12 Kötter.

Holsterhausen gehörte im Jahre 1808 während der napoleonischen Zeit zur Mairie Herne, aus der sich die Bürgermeisterei Herne und ab 1844 das Amt Herne entwickelte, und zum Kreis/Landkreis Bochum. Am 01. August 1875 bildete Holsterhausen mit Eickel, Röhlinghausern, Bickern und Crange das Amt Wanne, das am 01. November 1891 in das Amt Wanne und Eickel geteilt wurde. Zum Amt Eickel gehörten die Gemeinden Eickel und Holsterhausen. Am 01. April 1910 wurde die Gemeinde Holsterhausen von der Gemeinde Eickel eingemeindet. Aus den Ämtern Wanne und Eickel wurde am 01. April 1926 die Stadt Wanne-Eickel gebildet. Es fanden dabei zwischen Holsterhausen und Herne umfangreiche Grenzberichtigungen statt.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Dokumentationsbibliothek, Bestand Stadtteile, Holsterhausen
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 335 bis 337, Holsterhauser Straße
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