Die Toten mahnen

Auf dem Herner Neumarkt zur Schaeferstraße hin enthüllte am 11. September 1949 Oberbürgermeister Walter in Anwesenheit des britischen Stadtkommandanten Major Hardy ein Denkmal mit folgender Inschrift:

„Die Toten mahnen die Lebenden.

Ehre den Kämpfern gegen Tyrannei

1933-1945“

Errichtet wurde das steinerne Erinnerungsmal durch die Stadt Herne zum Gedenken der Opfer des  Naziregimes. Ein Bruchsteinsockel mit Bronzetafel wurde von einer Opferschale aus Bronze bekrönt.

Die Toten mahnen, Foto Stadtarchiv Herne
Die Toten mahnen, Foto Stadtarchiv Herne

Zehn Jahre später war eine Verlegung des Denkmals beschlossene Sache: Nach Abbruch wegen Errichtung eines Parkplatzes Anfang März 1959 berichtete die Herner Zeitung am 05. März 1959: „Mahnmal vom Neumarkt verschwunden. Bekanntlich soll ein neues Mahnmal auf dem Platz vor dem Herner Arbeitsamt aufgestellt werden. Die Steintrümmer … sind nach einem Beschluß des Hauptausschusses des Herner Rats der jüdischen Gemeinde unserer Stadt zur Verfügung gestellt worden, damit aus diesem Material auf dem jüdischen Friedhof eine neue Gedenkstätte errichtet werden kann.“

Monument auf dem jüdischen Friedhof in Baukau, Foto Stadtarchiv Herne
Monument auf dem jüdischen Friedhof in Baukau, Foto Stadtarchiv Herne

Das Monument fand dann auch einen neuen Standort: den jüdischen Friedhof an der Robert-Grabski-Straße. Eine andere Inschrifttafel wurde angebracht. Der neue Text lautet:

„ZUM GEDENKEN AN UNSERE JÜDISCHEN BRÜDER UND SCHWESTERN, DIE IN DEN JAHREN 1933-1945 INFOLGE NATIONALSOZIALISTISCHEN TERRORS UMS LEBEN GEKOMMEN SIND.“

Manfred Hildebrandt, Jürgen Hagen

Erstveröffentlichung des ursprünglichen Textes:

„…bey den spätesten Nachkommen in beständig gutem Andenken zu erhalten…“-Denkmäler in Herne und Wanne-Eickel, Manfred Hildebrandt, Der Emscherbrücher Band 14 (2008/09), Seiten 57 bis 77, herausgegeben von der Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e. V., Herne 2008

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