Erich Meyer war von 1949 – 1965 über vier Wahlperioden (16 Jahre) direkt gewählter Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag, der damals seinen Sitz in Bonn hatte. Sein Wahlkreis umfasste die damaligen kreisfreien Städte Wanne-Eickel und Wattenscheid. Nachfolger Meyers im Bundestag wurde Heinz Westphal (SPD).
Im Bundestag engagierte sich Erich Meyer für sozialpolitische Themen, insbesondere für die Gesetzliche Renten-Versicherung, deren Dynamisierung in der 2. Wahlperiode des Deutschen Bundestages Anfang 1957 erfolgte.
Wegen seines speziellen Engagements hatte er den Beinamen Renten-Meyer. In diesem Zusammenhang war er auch Herausgeber des Journals „Der Lebensabend“.
Während seiner Tätigkeit als Abgeordneter hatte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR vergeblich versucht, ihn als Kontaktperson zu gewinnen.
Zuvor war Meyer von 1947 bis 1950 Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion mit ihrem Vorsitzenden Fritz Henßler und nach Kriegsende 1945 Hilfsdezernent bei der Stadt Hagen.
Im damaligen Wanne-Eickel gehörte Meyer, der in der Stöckstraße wohnte, zum früheren SPD-Ortsverein Wanne-West. Nach 1945 war er Mitglied des Vorstandes des früheren SPD-Bezirks Westliches Westfalen.

Für seine politischen Verdienste erhielt Erich Meyer am 23. Mai 1965 das Große
Bundesverdienstkreuz.
Meyer wurde am 15. März 1900 im pommerschen Stettin geboren. Nach dem Besuch einer evangelischen Volkschule absolvierte er eine Lehre als Maschinenschlosser.
Ab 1928 gehörte Meyer der SPD an, zuvor war er Mitglied der KPD. In dieser Zeit arbeitete er in Hagen als Redakteur. In der Endphase der Weimarer Republik war Meyer dort auch Stadtverordneter. 1933 stellten ihn die Nationalsozialisten unter Polizeiaufsicht.
Erich Meyer starb am 9. Mai 1968 in Wanne-Eickel.


