Horsthausen

Horsthausen wurde um 1220 als Hof des Oberhofes Suderwich erstmalig urkundlich erwähnt. Die Gemeinde Horsthausen hatte keinen ausgeprägten Ortskern, sondern bestand aus verstreut liegenden Einzelgehöften. „Horst“ bedeutete wahrscheinlich Gebüsch oder Gestrüpp, während „hausen“ ein Wohnsitz war, der aus mehreren Höfen bestand.

Der Übersichtshandriss der Gemeinde Horsthausen wurde 1823 aufgenommen. Unterteilt war die Gemeinde in die Flure Höttenbusch und Esche. Foto Stadtarchiv Herne
Der Übersichtshandriss der Gemeinde Horsthausen wurde 1823 aufgenommen. Unterteilt war die Gemeinde in die Flure Höttenbusch und Esche. Foto Stadtarchiv Herne

Horsthausen gehörte 1486 zusammen mit Pöppinghausen zur Bauerschaft „Soedingen“. In der Türkensteuerliste von 1542 gibt es bereits eine Bauerschaft „Horsthusen“, die im Türkenregister von 1598 und in der Schatzung des Jahres 1645 „Horsthausen“ heißt. Der evangelische Pfarrer und Historiker Johann Diederich von Steinen schrieb im Jahre 1757, dass Horsthausen zwar im Gericht Strünkede liege, aber ins Kirchenspiel Castrop gehöre. Seit 1817 gehörte Horsthausen zur Bürgermeisterei Herne bzw. zum Amt Herne. Nach der Herner Stadtwerdung kam Horsthausen mit Baukau, Hiltrop, Pöppinghausen und Bladenhorst ab 01. April 1897 zum neugebildeten Amt Baukau. Mit Wirkung vom 01. April 1908 wurde Horsthausen zusammen mit Baukau nach Herne eingemeindet.

1870 wurde der erste Schacht der Zeche Friedrich der Große in Horsthausen abgeteuft; infolgedessen waren die meisten Bewohner des Stadtteils auf dieser Zeche arbeitende Bergleute.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Stadtarchiv Herne, Dokumentationsbibliothek, Bestand Stadtteile, Horsthausen
  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 343 und 344, Horsthauser Straße
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