Kanalschlösschen

Das „Kanalschlösschen“ am Hafen König Ludwig des Rhein-Herne-Kanals war seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein überregional beliebtes Ausflugs- und Tanzlokal. Für die Herner gab es regelmäßige Dampferverbindungen vom Hafen Herne am Stichkanal. Daneben diente es auch der Versorgung der Schiffer: es war weit und breit der einzige Ort, an dem sie Lebensmittel, Tabakwaren und Briefmarken bekamen oder telefonieren konnten. Und auch ihnen und ihren Familien diente es der Zerstreuung während der Liegezeiten, also dem Warten auf Ladung von König Ludwig oder Friedrich der Große.

Das Kanalschlösschen, Repro Gerd Biedermann

Im Zweiten Weltkrieg war das Kanalschlösschen Teil eines Lagers für Zwangsarbeiter der Zeche König Ludwig. 1943 geriet es in Brand und wurde völlig zerstört. Anfang der 1950er Jahre entstanden Pläne zum Wiederaufbau – ganz wie zuvor im „Wilhelminischen Stil“. Die Pläne wurden nie verwirklicht. Heute gibt es am Hafen des AMC die Gaststätte „Zum Yachthafen“, mit einem Biergarten und einer Caféterrasse über dem Herner Meer. Und mysteriöse Senken, Schutthügel und Mauerreste im Wald…

Der Text wurde von Gerd Biedermann entdeckt und für das Digitale Geschichtsbuch bearbeitet.

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