Jobst von Strünkede

Mehrere Angehörige der adeligen Familie von Strünkede hatten den Vornamen Jobst. An dieser Stelle seien zwei besonders genannt:

  1. der ‚dulle‘ Jost von Strünckede (geb. 1500, gest. 29. Mai 1529). Von ihm berichtet von Steinen im Jahre 1757: ‚Er begab sich an den Clevischen Hof. Weil er nun des Herzogs Gunst erwarb, gab selbiger zwar ihm und seinem Bruder das Schloß Strünckede wieder, doch mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß sie ihren Vater nicht aus dem Gefängnis lassen sollten.‘
  2. der ‚gelehrte‘ Jo(b)st von Strünkede (geb. im März 1551, gest. 01. Dezember 1602). Von Steinen berichtet:
    ‚Weil er sonst ein sehr gelehrter und geschickter Herr war, hat er sich Namens des Herzogen zu Cleve lange in Frankreich aufgehalten, wodurch aber seine eigene Sachen viel gelitten haben, und hat er aus eben der Ursache den angefangenen Bau des Schlosses Strünkede nicht vollführen können. Als er sich 1601, auf Fürstlichem Befehl nach Brüssel begeben mußte, wurde er daselbst krank, reisete deswegen wieder nach Hause und starb. 1. Dec. 1602, da er zu Herne in St. Lucien Kapelle begraben wurde. Das Grabmal, so ihm und seiner Gemahlin von H. v. Hatzfeld gesetzet worden, stellet beyder Bildnüß in Lebensgrösse in weissen Stein gehauen vor, da ihm 3 Söhne, dieser 4 Töchter zur Seiten stehen…‘
Grabdenkmal des Jobst von Strünkede und seiner Familie, Repro Stadtarchiv Herne


Das Denkmal hat viele Jahre im ‚Strünkeder Begräbniskeller‘ des Anbaus der Herner Dionysiuskirche gestanden. Nach Abbruch der Kirche im Jahre 1876 wurde dieses in der Einfahrt des Schlosses Strünkede wieder aufgebaut. Anfang der 1890er Jahre kaufte es das Märkische Museum in Witten von den letzten Schlossbesitzern für 300 Mark. Dank dem Entgegenkommen des Wittener Museums konnte es die Stadt Herne 1956 zu einem annehmbaren Preis zurückerwerben. Es steht heute im Schloss Strünkede.

Jürgen Hagen

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Quellen:

  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 382 und 383, Jobststraße
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