Stadtgarten Wanne

Stadtgarten Wanne

Am 17. Januar 1898 fasste der Kreistag Gelsenkirchen den Beschluss, den Kreisausschuss zur Aufnahme einer Kreisanleihe bis zum Betrage von 400.000 Mark zu ermächtigen. Diese Anleihe war dazu bestimmt, die Gemeinden in ihren Bestrebungen zur Beschaffung. Bepflanzung und Einrichtung großer freier Plätze oder Volksgärten zu unterstützen.

Durch Ankauf eines Geländes des Landwirts Friedrich Schalke, der Witwe August Overhofs, des Bergwerksdirektors Friedrich Hohendahl, des Bauunternehmers Heinrich Nolda und des Schmieds Johann Brauckmann gingen Grundstöcke im Wert von 66.477 Mark in der Gesamtgröße von 4 ha 84 a 10 qm in den Besitz der Gemeinde Wanne über. Die Planbearbeitung und Bauleitung wurde Anfang 1899 dem Gartenarchitekten Fritz Gude, Düsseldorf übertragen.

Kaisergarten in Wanne, Postkarte gelaufen 1903, Repro Stadtarchiv Herne

Der Park, der den Namen „Kaisergarten“ erhalten hatte, konnte am 08. August 1900, gleichzeitig mit dem zwischenzeitlich errichteten Restaurant, der Öffentlichkeit übergeben werden. Auf der Platzanlage oberhalb des Teiches steht der Kaiserbrunnen, für dessen Errichtung Amtmann Winter im Jahre 1896 die erste Anregung gab. Die Baukosten wurden durch Spenden von Vereinen. Einzelpersonen und den hiesigen Bergwerksunternehmungen aufgebracht.

Drei-Kaiser-Brunnen im Stadtgarten Wanne, 2018, Foto Gerd Biedermann

Der Entwurf für das Denkmal stammt von dem Bildhauer Frische aus Düsseldorf, der im Jahre 1900 mit den Arbeiten beginnen konnte. Am 01. September 1901 fand die Enthüllungsfeier statt. Der Brunnen erhielt drei Reliefs der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. in Bronze und eine Widmungstafel an das Herrscherhaus sowie eine Gedächtnistafel für den im Kriege 1870/71 gefallenen Hülsmann aus der Gemeinde Bickern. Die Bronzereliefs wurden in den letzten Tagen des Jahres 1923 von Unbekannten entwendet.

Partie aus dem Stadtgarten Wanne, Postkarte gelaufen 1926, Repro Stadtarchiv Herne

Mit dem Bau der Gartenanlage wurde gleichzeitig eine provisorische Halle aus Holz errichtet, die später dem jetzigen Mondpalast weichen musste. Dieser wurde am 14. Oktober 1911 als „Kaisergartensaal“ eingeweiht. Die Baukosten betrugen ca. 100.000 Mark. Der 1944 durch Bomben zerstörte Saalbau wurde von 1949 bis 1951 wiederaufgebaut und am 07. Oktober 1951 wiedereröffnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt der Kaisergarten durch Beschluss des Parkausschusses die Bezeichnung „Stadtgarten“.

Jürgen Hagen

Quellen:

  • Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 496 und 497, Parkstraße
Print Friendly, PDF & Email