Der Sankt Jürgen Altar oder auch Sankt Georg Altar befand sich in einem Seitenschiff der im 14. oder 15. Jahrhundert erbauten katholischen Kirche in Eickel und war dem heiligen Georg geweiht. Georg soll im Jahre 303 in Kleinasien den Märtyrertod erlitten haben; es ist nicht geklärt, ob es sich bei ihm um eine historische Person oder eine mythische Gestalt handelt. Die Kirche verehrte ihn als Drachentöter, d. h. als Besieger der Heiden, die einen Drachen oder Lindwurm auf ihren Fahnen abbildeten. Sein Kultus fand bei den Deutschen um so mehr Eingang, als diese in ihm das Ideal eines christlichen Ritters sahen. Er genoss mit der Zeit eine solche Verehrung, dass das Georgs- oder Nothemd, ein Hemd, das von einer reinen Jungfrau in heiliger Nacht gesponnen sein musste, in dem Ruf stand, unverwundbar zu machen.
Wann der Eickeler Sankt Jürgen Altar gestiftet worden ist, lässt sich nicht genau sagen, jedenfalls ist es nicht vor dem 12. und 13. Jahrhundert geschehen, denn die Kreuzzüge haben besonders dazu beigetragen, dass der Kultus des heiligen Georg in Deutschland Aufnahme fand. Zu Gunsten dieses Altars soll um 1500 eine größere Schenkung erfolgt sein. Urkundlich erwähnt wird 1526 der „Gerhardus von Ahuissen, Prester und vicarius sent Jören altar in der kercken to Eyckell“. Der „Sant Joriens Altar“ zu Eickel wird in Urkunden vom 19. März 1527, 21. Januar 1550, 10. Januar 1558 und 25. März 1590 genannt. Er war vom Hause Dahlhausen gestiftet, dessen Besitzer im 16. Jahrhundert (1527 und 1558) das Patronatsrecht über die Vikarie und die Stellenbesetzung ausübten.

Die später evangelische Kirche, in der sich der Sankt Jürgen Altar befand, stand auf dem heutigen Eickeler Markt und musste 1890 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Die neue Johanneskirche in Eickel wurde am 10. Dezember 1896 eingeweiht.1
Jürgen Hagen
Anmerkung
- Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seiten 593 und 594, St.-Jörgen-Platz. ↩︎