Hügelgräber Gysenberger Wald (Bodendenkmal)

Die Hügelgräber wurden im Jahr 1928 von Museumsdirektor Karl Brandt entdeckt, der an der Erschließung des Gysenberger Waldes als Naherholungsgebiet beteiligt war. In seinen Berichten ist von 12 Hügelgräbern die Rede, allerdings sind heutzutage nur 11 im Gelände sichtbar. Es wurden in der damaligen Zeit lediglich Skizzierungen der Hügelpositionen angefertigt, sodass sich im Nachhinein nicht rekonstruieren lässt, welcher der 12 Hügel zerstört worden ist.

Zum Zeitpunkt der Entdeckung befand sich der Gysenberger Wald im Privatbesitz des Grafen von Westerholt-Gysenberg, sodass die Gräber sich in einem guten Erhaltungszustand befanden. Bis zur Eintragung in die Denkmalliste am 12.02.1992 sind Wegeführungen hinzugekommen, die die Gräber beeinträchtigen, in drei Fällen ist der Hügelfuß durch den Verlauf des Hauptweges teilweise geschnitten worden.

Die erhaltene Größe der Hügelaufschüttungen sind 10 – 15 m im Durchmesser und sie haben eine Höhe von bis zu 1,50 m. Diese Daten dienen der zeitlichen Einordnung, die Gräber lassen sich somit in den älteren Abschnitt der Bronzezeit datieren.

Lageplan Hügelgräber Gysenberger Wald, Foto Fachbereich Umwelt und Stadtplanung - Untere Denkmalbehörde
Lageplan Hügelgräber Gysenberger Wald, Foto Fachbereich Umwelt und Stadtplanung – Untere Denkmalbehörde

Die Grabhügel im Gysenberger Wald sind die einzigen noch erhaltenen Gräber dieser Art im Ruhrgebiet. Es besteht die Vermutung, dass in der unmittelbaren Umgebung weitere Grabmäler zu finden sind, weshalb nicht nur die Gräber, sondern auch die Umgebung schützenswert sind.

Die Hügelgräber sind aus zwei Gründen erhaltenswert, zum einen aus historischen, sowie aus wissenschaftlichen Gründen.

Es sind keine Grabungen an den Hügelgräbern vorgenommen worden, da dort vermutlich keine pharaonengleichen Beigaben zu finden sind. Daher lässt sich eine Zerstörung der Hügel durch Ausgrabungen nicht rechtfertigen.

Durch den Sturm an Pfingsten 2014 wurde der Gysenberger Wald beschädigt, sodass es infolgedessen zu Aufforstungsarbeiten kam, auch an der Grabhügelgruppe. Bei diesen Arbeiten wurde ein Grabhügel beschädigt, da sich neugepflanzte Bäume zu nah an diesem befanden. Sie wurden aus diesem Bereich entfernt und die Pflanzlöcher mit Waldboden aufgefüllt. 

Katharina Carpentier, Thorsten Brokmann

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Fachbereichs Umwelt und Stadtplanung – Untere Denkmalbehörde.

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