An der Linde

Die Gewannbezeichnung „an der Linde“ erscheint im Flurbuch der Gemeinde Castrop von 1829 in der Flur XXII, genannt Börnig.

Sie ist benannt nach einer gewaltigen Linde im „Eschfeld“, unter der sich ein zur Erinnerung an das Pestjahr 1636 errichtetes Kreuz befand. Dorthin führte jährlich am Urbanustag (25. Mai) eine Bittprozession. Die Pest zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) hatte unter der bäuerlichen Bevölkerung in Herne und Umgebung zahlreiche Opfer gefordert: Es gab Dörfer, in denen über die Hälfte der Einwohner an der Epidemie starb.

Pestlinde und Pestkreuz, Foto Stadtarchiv Herne
Pestlinde und Pestkreuz, Foto Stadtarchiv Herne

Die alte Linde, auch „Urbanuslinde“ genannt, ist eingegangen und bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert durch eine junge ersetzt worden. Das sogenannte Pestkreuz musste wiederholt erneuert werden.1)Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seite 67, An der Linde.

Anmerkungen

1 Herne – von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Band 1, Herne 1997, Seite 67, An der Linde.
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